Berlin im Oktoberlicht: Wie das Festival of Lights die Stadt verwandelt
Photo: Matthieu Rochette / Unsplash (Unsplash License)
Es gibt einen Moment kurz nach Sonnenuntergang, wenn Berlin im Oktober die Farbe wechselt. Die Fassade des Brandenburger Tors, tagsüber gelblich-grauer Sandstein, wird plötzlich zur Leinwand: Farben fließen über die Säulen, Muster wandern über die Quadriga, und die Menge davor wird ganz still, bevor die Handys hochgehen. Das ist das Festival of Lights, und vom 2. bis 11. Oktober 2026 dreht sich in der Stadt zehn Abende lang alles um Licht.
Worum es wirklich geht
Das Festival ist kein Rummel mit Bühnen und Bierständen, sondern eine über die ganze Innenstadt verteilte Installation. Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt bespielen die bekannten Wahrzeichen – das Brandenburger Tor, den Berliner Dom, den Fernsehturm, das Rote Rathaus – mit aufwendigen Projektionen. Manches ist verspielt, manches politisch, manches schlicht schön. Der Reiz liegt darin, dass die vertraute Stadt für ein paar Abende fremd und neu aussieht.
Der Eintritt ist kostenlos, alles spielt sich im öffentlichen Raum ab. Man braucht also kein Ticket, nur festes Schuhwerk und Geduld an den beliebtesten Punkten.
Mein Rat: früh los und zu Fuß
Die Beleuchtung beginnt bei Einbruch der Dunkelheit, also gegen 19 Uhr. Genau dann ist es am Brandenburger Tor auch am vollsten. Wer die Ruhe sucht, geht die Route rückwärts: erst zum Gendarmenmarkt oder zur Museumsinsel, wo abseits der Hauptpunkte oft die überraschendsten Arbeiten hängen, und lässt sich langsam Richtung Unter den Linden treiben.
Eine gute Abendrunde zu Fuß:
- Berliner Dom und Museumsinsel – die Projektionen auf der Kuppel spiegeln sich in der Spree, ideal für Fotos
- Rotes Rathaus und Fernsehturm – der Turm als Lichtsäule ist das vielleicht stärkste Motiv
- Bebelplatz und Staatsoper – ruhiger, architektonisch fein
- Brandenburger Tor – zum Schluss, wenn die erste Welle schon weg ist
Für die Strecke sollte man zwei bis drei Stunden einplanen, mit Pausen.
Fotografieren ohne Frust
Wer die spektakulären Aufnahmen will, die man aus den sozialen Netzwerken kennt: Ein kleines Stativ oder eine feste Auflage macht den Unterschied, weil die Projektionen ständig wechseln und Verwacklung im Dunkeln schnell passiert. Am Brandenburger Tor lohnt es sich, ein Stück weiter westlich Richtung Straße des 17. Juni zu gehen – von dort hat man das ganze Tor ohne Gedränge im Vordergrund.
Praktisches
Anfang Oktober liegen die Temperaturen abends oft nur bei acht bis zwölf Grad, und es kann feucht sein. Zwiebellook und eine Mütze sind keine Übertreibung. Das Festival fällt teils mit dem Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober zusammen – ein langes Wochenende, an dem die Stadt spürbar voller wird. Wer flexibel ist, kommt lieber unter der Woche.
Zwischendurch aufwärmen: Die Cafés und Weinbars in der Gegend um den Hackeschen Markt sind fußläufig und haben abends offen. Ein Glas Riesling, danach wieder raus ins Licht – so wird aus dem Foto-Highlight ein richtig schöner Berliner Herbstabend.