
Buchmesse in Frankfurt, Literatur in München: Warum sich die Kombination lohnt
Die Frankfurter Buchmesse ist kein Ausflug, sie ist ein Marathon. Fünf Tage, über 4.000 Aussteller, Hallengänge, die kein Ende nehmen, und abends Empfänge, die man eigentlich alle besuchen müsste. Vom 14. bis 18. Oktober 2026 dreht sich in Frankfurt wieder alles ums Buch – und wer aus Tel Aviv anreist, landet ohnehin dort. Die klügere Frage ist: Was macht man danach?
Mein Vorschlag: den Zug nehmen und in München weiterlesen.
Frankfurt: die Tage auf der Messe
Die ersten drei Messetage (Mittwoch bis Freitag) gehören dem Fachpublikum, das Wochenende dann allen. Wer Termine hat, sollte früh kommen – ab neun ist es in den Hallen 3 und 4 (Belletristik, internationale Verlage) am ruhigsten. Das Gastland 2026 sollte man im Blick behalten, dort passiert traditionell das kulturell Spannendste.
Praktisch: Wohnen Sie nicht direkt am Messegelände, sondern in Sachsenhausen oder im Bahnhofsviertel. Die U-Bahn bringt Sie in zehn Minuten hin, und abends sind Sie näher an den Lokalen. Reservieren Sie ein Hotel möglichst früh – während der Messe sind die Preise absurd, und in der letzten Minute ist kaum etwas frei.
Der Wechsel nach München
Der ICE fährt Frankfurt–München in gut drei Stunden, mehrmals stündlich. Kaufen Sie das Ticket im Voraus (Sparpreis), sonst wird es teuer. Für Bücherfreunde ist München die entspanntere Fortsetzung: keine Hallen, keine Termine, dafür eine Stadt, die Literatur atmet, ohne davon Wind zu machen.
München für Leserinnen und Leser
- Literaturhaus München am Salvatorplatz: schöne Ausstellungen, ein elegantes Café und ein Programm, das während und nach der Messe oft prominente Autoren nach München holt.
- Antiquariate im Univiertel rund um die Ludwig-Maximilians-Universität: hier stöbert man stundenlang, gerade auch nach älteren deutschsprachigen Ausgaben.
- Die Monacensia im Hildebrandhaus (Bogenhausen): das literarische Gedächtnis der Stadt, mit Nachlässen von Thomas Mann bis Erika Mann. Ein ruhiger, fast privater Ort.
Der Oktober ist eine gute Zeit dafür. Das Oktoberfest ist meist schon vorbei (es endet Anfang Oktober), die Stadt hat ihren Alltag zurück, das Laub im Englischen Garten leuchtet. Nehmen Sie sich einen Nachmittag am Kleinhesseloher See, mit einem der Bücher, die Sie in Frankfurt eingesteckt haben.
Praktisches für die Anreise aus Israel
Frankfurt ist von Tel Aviv mehrmals täglich nonstop erreichbar – ideal als Startpunkt. Zurück können Sie ab München fliegen (ebenfalls Direktverbindungen), sodass Sie nicht denselben Weg doppelt fahren. Diese Open-Jaw-Variante spart Zeit und oft auch Geld; auf Plotwing lassen sich Hin- und Rückflug getrennt vergleichen.
Ein ehrlicher Rat zum Schluss: Planen Sie zwischen Messe und München mindestens zwei ruhige Tage ein. Nach der Reizüberflutung in Frankfurt ist genau das der Moment, in dem man wieder Lust bekommt, tatsächlich zu lesen – und nicht nur über Bücher zu reden.