Mostra 2026: Wie Sie am Lido Kino sehen und Venedig trotzdem nicht verpassen
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Zwischen dem 2. und 12. September 2026 verwandelt sich der Lido di Venezia wieder in den vielleicht stilvollsten Kinosaal der Welt. Die Mostra ist das älteste Filmfestival überhaupt, gegründet 1932, und sie hat sich – anders als das oft überhitzte Cannes – eine gewisse Gelassenheit bewahrt. Hier stehen die Filme im Zentrum, der Glamour kommt am Abend fast beiläufig über den roten Teppich vor dem Palazzo del Cinema.
Der Lido ist eine andere Welt
Wichtig zu wissen: Das Festival findet nicht in der berühmten Lagunenstadt statt, sondern auf dem Lido, der langgestreckten Sandbank vor Venedig. Vom Markusplatz bringt Sie die Vaporetto-Linie 1 oder 5.1 in etwa 15 bis 20 Minuten hinüber. Der Lido hat nichts von den engen Gassen der Altstadt – hier gibt es Fahrräder, breite Alleen, Bäderarchitektur aus der Belle Époque und das legendäre Hotel des Bains, in dem Thomas Mann seinen „Tod in Venedig" ansiedelte. Wer die Verfilmung von Visconti kennt, erkennt die Kulisse sofort wieder.
Kommt man als normaler Besucher überhaupt rein?
Ja. Das überrascht viele. Neben Presse und Fachpublikum verkauft die Biennale reguläre Tickets für einzelne Vorstellungen, und es gibt Festival-Pässe für Filmfans. Der Verkauf startet meist Mitte August online – rechtzeitig einplanen, die Wettbewerbsfilme sind schnell weg. Ein Geheimtipp sind die Vormittags- und Spätvorstellungen sowie die Sektion „Orizzonti", wo oft die spannenderen Entdeckungen laufen als im großen Wettbewerb. Für den roten Teppich am Abend brauchen Sie kein Ticket: Ein Platz an den Absperrungen genügt, um Stars vorbeiziehen zu sehen.
Das Beste: Kino und Stadt kombinieren
Der eigentliche Reiz liegt in der Mischung. Morgens ein Film am Lido, mittags mit dem Vaporetto zurück, nachmittags durch das ruhigere Cannaregio oder Dorsoduro schlendern, wo die Venezianer selbst ihren Spritz trinken. Die Peggy Guggenheim Collection und die Punta della Dogana passen thematisch perfekt zum Festivalgeist. Abends dann zurück zum Lido oder ein einfaches Cicchetti-Abendessen in einem Bacaro – die venezianische Variante der Tapas-Bar, mit einem Glas Wein an der Theke.
Praktisches für Anreise und Aufenthalt
Von Tel Aviv aus ist Venedig direkt und unkompliziert erreichbar; der Flughafen Marco Polo liegt am Festland, von dort geht es per Wasserbus oder Wassertaxi durch die Lagune – schon die Anreise ist ein Erlebnis.
- Unterkunft: Im September ist Venedig teuer und voll. Zimmer auf dem Lido sind während der Mostra fast ausgebucht – wer flexibel ist, wohnt in Mestre auf dem Festland und pendelt günstiger.
- Wetter: Anfang September ist es warm, oft noch badetauglich. Der Lido hat echte Strände – Badesachen einpacken.
- Kleidung: Zum roten Teppich als Gast wird abends elegante Kleidung erwartet; tagsüber genügt sommerlich Leichtes.
Mein ehrlicher Rat: Buchen Sie mindestens zwei Übernachtungen mehr, als das Festival eigentlich erfordert. Venedig im Spätsommerlicht, ohne Zeitdruck zwischen den Vorstellungen – das bleibt länger in Erinnerung als jeder Premierenapplaus.