People in traditional german clothing at a festival

Wiesn ohne Gedränge: Warum sich die frühe Anreise nach München lohnt

Photo: Manoa Angelo / Unsplash (Unsplash License)

Das Oktoberfest 2026 wird am Samstag, den 19. September, mit dem traditionellen Anstich eröffnet – "O'zapft is!" ruft der Oberbürgermeister gegen zwölf Uhr, und danach fließt das Bier. Wer die ersten Tage bis zum 27. September einplant, erlebt eine Wiesn, die viele gar nicht kennen: entspannter, luftiger, mit deutlich mehr Platz auf den Bierbänken.

Die ersten Tage sind die besten

Der große Ansturm kommt erst am zweiten Wochenende und rund um den Tag der Deutschen Einheit. Die Wochentage nach dem Eröffnungswochenende – also Montag bis Donnerstag – sind Gold wert. Vormittags und am frühen Nachmittag kommt man ohne Reservierung in fast jedes Zelt, die Bedienungen haben Zeit für einen kurzen Ratsch, und man ergattert einen Platz mit Blick aufs Geschehen statt in der letzten Reihe.

Mein Tipp: Gehen Sie an einem Werktag gegen elf Uhr in die Hofbräu-Festhalle oder ins Augustiner-Zelt. Letzteres gilt unter Einheimischen als das gemütlichste, weil das Bier aus Holzfässern (den "Hirschen") gezapft wird und die Stimmung familiärer bleibt als in den lauteren Touristenzelten.

Was Sie abseits der Maß erwartet

Wer nicht jeden Tag im Zelt verbringen möchte, findet in München im September ideales Spätsommerwetter für die Stadt:

  • Oide Wiesn: Der nostalgische Teil des Festes mit historischen Fahrgeschäften und Blasmusik – ruhiger und charmanter als das Hauptgelände. Eintritt kostet vier Euro, lohnt sich aber.
  • Viktualienmarkt: Nach einem üppigen Wiesn-Tag brauchen Sie vielleicht etwas Leichtes. Hier gibt es Käsestände, frisches Obst und einen kleinen Biergarten unter Kastanien.
  • Englischer Garten: Ein Spaziergang zur Eisbachwelle, wo Surfer auch im Herbst ihre Runden drehen, klärt den Kopf.

Anreise und Übernachtung

Preislich profitieren Sie ebenfalls von der frühen Anreise: Hotelzimmer sind zu Beginn des Festes oft etwas günstiger und leichter zu bekommen als am umkämpften zweiten Wochenende. Buchen Sie trotzdem früh – Oktoberfest bleibt Oktoberfest.

Vom Flughafen München kommen Sie mit der S-Bahn (S1 oder S8) direkt in die Innenstadt; zur Theresienwiese fahren Sie mit der U4/U5 bis Schwanthalerhöhe oder steigen an der Hackerbrücke aus. Verzichten Sie aufs Auto – Parkplätze rund um die Wiesn sind während des Festes praktisch nicht zu finden.

Ein ehrlicher Hinweis

Auch an ruhigeren Tagen gilt: Reservieren Sie für den Abend, wenn Sie sicher einen Platz im Zelt wollen. Ab etwa 17 Uhr füllen sich selbst montags die Hallen, und ohne Tisch stehen Sie draußen. Für den Tag reicht spontanes Erscheinen völlig.

Und noch etwas: Eine Maß hat ihre Wucht. Trinken Sie Wasser zwischendurch, essen Sie etwas Ordentliches – eine halbe Hendl oder Schweinshaxn – und genießen Sie das Tempo der frühen Tage. Genau dafür sind Sie ja gekommen.

Wer die Wiesn zum ersten Mal erlebt, wird die frühe Anreise nicht bereuen. Sie sehen das Fest so, wie es die Münchner selbst am liebsten mögen: mit Zeit, Platz und ohne Ellbogen.