Valletta im Oktober: Wenn das Meer noch warm ist und die Nächte leuchten
Photo: Neil Farrugia / Unsplash (Unsplash License)
Während in Wien, Zürich und München die ersten Nebeltage aufziehen, hat das Mittelmeer rund um Malta noch immer um die 24 Grad. Das ist kein Rechenfehler, sondern der eigentliche Grund, warum der Oktober auf dieser kleinen Inselgruppe die vielleicht klügste Reisezeit des Jahres ist: Sie verlängern den Sommer, ohne die verschwitzten Menschenmassen des Hochsommers in Kauf zu nehmen.
Baden, wenn zu Hause die Heizung anspringt
Das Wasser hält die Wärme länger als die Luft, und genau das spielt Ihnen im Oktober in die Hände. In den Buchten von Comino und an der Blauen Lagune schwimmt es sich noch angenehm, während das Sonnenlicht flacher und weicher wird. Wer lieber ohne Bootstour ins Wasser steigt, findet in St. Julian's oder an den Felsplattformen bei Sliema unkomplizierten Zugang.
Ein Tipp gegen die Fotomassen: Fahren Sie früh nach Comino, am besten mit dem ersten Boot. Gegen Mittag kippt die Ruhe, und die Lagune verliert ihren Zauber.
Birgu bei Kerzenschein
Der kulturelle Höhepunkt des Monats liegt in den Drei Städten gegenüber von Valletta. Beim Birgu Candlelight Festival (Notte Bianca-Saison) wird in der alten Ritterstadt Vittoriosa für eine Nacht die Straßenbeleuchtung abgeschaltet. Zehntausende Kerzen säumen dann die engen Gassen, die Innenhöfe und die Uferpromenade am Yachthafen.
Es ist ein erstaunlich stilles Spektakel – kein Rummel, sondern Menschen, die durch flackerndes Halbdunkel schlendern, an offenen Türen vorbei, hinter denen Familien ihre Höfe geschmückt haben. Kommen Sie mit der Fähre von Valletta herüber und bleiben Sie bis in den späten Abend. Der Blick zurück über den Grand Harbour auf die beleuchtete Hauptstadt gehört zum Schönsten, was Malta zu bieten hat.
Parallel dazu verwandelt die Notte Bianca in Valletta selbst öffentliche Gebäude, Museen und Plätze in eine lange Kulturnacht mit Musik und Ausstellungen bei freiem Eintritt. Die genauen Termine im Oktober 2026 sollten Sie vorab prüfen, sie variieren jährlich.
Valletta an einem Vormittag
Die Hauptstadt ist winzig und lässt sich zu Fuß erobern. Nehmen Sie sich Zeit für die Konkathedrale St. John mit Caravaggios „Enthauptung Johannes des Täufers“ – das einzige signierte Werk des Malers. Danach ein Kaffee in den Upper Barrakka Gardens, mit Panoramablick über den Hafen und der Mittagskanone, die täglich um Punkt zwölf abgefeuert wird.
Essen Sie dort, wo es maltesisch wird: Ftira, das flache Inselbrot, gefüllt mit Thunfisch, Kapern und Oliven, oder ein deftiges Kaninchenragout (fenkata). Dazu ein Glas Gozo-Wein.
Kurz und praktisch
- Anreise: Von Tel Aviv aus ein bequemer Kurzstreckenflug – ideal für ein verlängertes Wochenende.
- Fortbewegung: Fähren und Busse reichen völlig aus, ein Mietwagen ist auf den engen Straßen eher Last als Hilfe.
- Packen: Badesachen und trotzdem eine leichte Jacke – die Oktoberabende können frisch werden.
Malta im Oktober ist der ehrliche Kompromiss aus Sommer und Herbst: warm genug zum Schwimmen, kühl genug zum Entdecken, und mit Kerzenlichtnächten, die man so schnell nicht vergisst.